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Geschichte Venedigs

Die Anfänge

Im 9. Jahrhundert schon wurde die Stadt Venedig vom Byzantinischen Reich unabhängig. Bald darauf wurde Venedig unglaublich reich, da es den Handel zwischen Europa und dem Nahen Osten kontrollierte. Die venezianische Flotte war ausschlaggebend bei der Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzritter 1204. Nach der Teilung des Byzantinischen Reiches gewann Venedig neue Territorien im Ägäische Meer (z.B. Kreta). Auch Zypern kam im Jahre 1489 zu Venedig.

Das Mittelalter

Während des Mittelalters gewann Venedig an strategischer, bzw. militärischer Bedeutung. Handel wurde nun mit der ganzen Welt betrieben und demnach entwickelte sich auch der Einfluss auf die Stadt. 1104 wurde der "Arsenale" erbaut, der letzte autokratische Doge starb 1172.
Die Regierungsstruktur Venedigs ähnelte der des antiken Roms mit einem erwählten Doge, einem dem Senat ähnlichen Ausschuss von Adeligen und einer gruppe von einfachen Bürgern mit begrenzten politischen Rechten. Die "Cavalieri di San Marco" waren der einzige Ritterorden der Stadt und Venedig blieb während seiner Unabhängigkeit eine Republik, in der Politik und Militär komplett auseinander gehalten wurden. Krieg wurde als Fortsetzung des Handels mit anderen Mitteln gesehen.
Obwohl die Bewohner Venedigs größtenteils Katholiken waren, war Venedig doch auch für seine Freiheit von religiösem Fanatismus bekannt und so fand hier während der Gegenreformation keine einzige Hinrichtung statt. Aus diesem Grund kam Venedig aber auch oft in Konflikt mit dem Vatikan Mehrmals wurde der Stadt das Interdikt angedroht, welches auch zweimal ausgeführt wurde. Venezianische Gesandte im Ausland schickten viele geheime Informationen über die politischen Verhältnisse Europas nach Hause. Langsam verlor Venedig seinen Status als Welthandelsstadt.

Napoleons Einfluss auf Venedig

Im Jahre 1797 verlor Venedig nach 1070 Jahren seine Unabhängigkeit an Napoleon Bonaparte. Er "unterbrach" die eleganteste Periode der Stadt ("Settecento") und wurde nur von der jüdischen Bevölkerung als Erlöser gesehen, denn er löste die Ghettos auf und beendete die Restriktionen gegenüber Juden. Venedig wurde Teil des in österreichischer Hand liegenden Königreichs Lombardia-Veneto. 1805 kam es dann unter das Königreich Italien (unter Napoleon), bevor es nach Napoleons Niederlage 1814 Österreich zurückgegeben wurde. 1848 wurde für kurze Zeit die Venezianische Republik ausgerufen, 1866 kam es aber endgültig zu Italien.
Nach 1797 fiel die Stadt in eine tiefe Depression, während der viele alte Paläste und andere Gebäude einfach verlassen wurden, das Lido aber wuchs während des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Erholungsort heran.

Das moderne Venedig

Seit den 1950ern wurde die Stadt regelmäßig von Fluten überschwemmt. Venedig sinkt und die Abgase haben weiterhin dazu geführt, dass sie alten Gebäude und Kunstwerke immer weiter verfallen. Zudem wachsen durch den Stickstoff- und Phosphorgehalt im Wasser die Algen, welche wiederum das Meeresleben zerstören. Diese Umweltprobleme haben dazu geführt, dass eine konstante Entvölkerung die Stadt charakterisiert. In den 60ern begann daher ein Hilfsprogramm der UNESCO, bald gefolgt von einer nationalen Untersuchungskampagne. 1988 begannen Ingenieure mit dem Testen mechanischer Stauanlagen und der Bau begann 2003. Die Lage bleibt kritisch.

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